Konzepte & Strategien
Dieser Abschnitt beschreibt die grundlegenden Konzepte des Kontext Engineerings im Migrations-Tool. Diese Konzepte bilden das Fundament für eine kontextsensitive und qualitativ hochwertige automatisierte Modernisierung von Fachverfahren.
Sessions
Der Modernisierungsprozess ist in dedizierte Sessions unterteilt, die jeweils einen spezifischen Teilbereich der Migration abdecken. Jede Session verfügt über einen eigenen Kontext-State, der das relevante Wissen für die jeweilige Aufgabe bereitstellt.
| Session | Beschreibung |
|---|---|
| Documentation Session | Analyse der Legacy-Applikation und Erstellung der automatisch generierten Dokumentation (README, Abhängigkeitsgraph) |
| Migration Session | Durchführung der eigentlichen Code-Transformation unter Berücksichtigung der Zielarchitektur |
| Testing Session | Generierung und Ausführung von Tests zur Validierung der modernisierten Applikation |
Die Trennung in Sessions ermöglicht eine fokussierte Verarbeitung und verhindert, dass irrelevante Kontextinformationen die KI-Agenten ablenken oder zu inkonsistenten Ergebnissen führen. Gleichzeitig können Erkenntnisse aus früheren Sessions (z. B. die generierte Dokumentation) gezielt in nachfolgende Sessions eingebunden werden.
Vorteile der Session-Architektur
- Fokussierung: Jede Session konzentriert sich auf eine klar definierte Aufgabe
- Kontexttrennung: Irrelevante Informationen werden ausgeblendet
- Wissenstransfer: Ergebnisse einer Session können in nachfolgende Sessions einfließen
- Nachvollziehbarkeit: Der Fortschritt kann pro Session überwacht und protokolliert werden
Agenteninstruktionen (AGENTS.md)
Die Datei AGENTS.md ist das zentrale Regelwerk des Agentic Coding Systems. Sie definiert verbindlich die Verhaltensrichtlinien, Qualitätskriterien und Rahmenbedingungen für alle KI-Agenten im Modernisierungsprozess.
Inhalte der AGENTS.md
Die AGENTS.md enthält unter anderem:
- Zielarchitektur-Vorgaben: Technologie-Stack, Architekturprinzipien und Designmuster der Zielanwendung
- Migrationsregeln: Verbindliche Transformationsregeln für die Code-Überführung
- Coding-Guidelines: Stilrichtlinien, Namenskonventionen und Best Practices
- Qualitätskriterien: Anforderungen an Testabdeckung, Dokumentation und Code-Qualität
- Tool-Nutzungsrichtlinien: Erlaubte und verbotene Werkzeuge sowie deren korrekte Anwendung
- Sicherheitsvorgaben: Datenschutz- und Sicherheitsanforderungen
- Eskalationsregeln: Verhalten bei Unsicherheiten oder Fehlern
Bedeutung für die Modernisierung
Durch die explizite Verankerung dieser Vorgaben wird sichergestellt, dass alle automatisch ausgeführten Transformations- und Implementierungsschritte konsistent, reproduzierbar und regelkonform erfolgen. Die AGENTS.md fungiert als "Vertrag" zwischen dem System und den KI-Agenten und stellt sicher, dass alle Akteure nach denselben Regeln arbeiten.
Applikationsdokumentation (README.md)
Ergänzend zur AGENTS.md wird für jede zu modernisierende Applikation eine automatisch generierte README-Dokumentation erstellt. Diese beschreibt die spezifischen Eigenschaften der Legacy-Applikation und dient den KI-Agenten als primäre Wissensquelle über das Quellsystem.
Typische Inhalte der README
- Funktionale Beschreibung: Zweck und Hauptfunktionen der Applikation
- Strukturübersicht: Module, Komponenten und deren Beziehungen
- Datenflüsse: Verarbeitungslogiken und Abhängigkeiten
- Besonderheiten: Identifizierte Randbedingungen und Sonderfälle
- Externe Abhängigkeiten: Verbindungen zu anderen Systemen oder Datenquellen
Die README wird im Pre-Processing-Baustein automatisch generiert und bildet die Grundlage für das applikationsspezifische Kontextwissen der KI-Agenten.
Zielarchitektur-Wissen
Das Wissen über die Zielarchitektur ist ein essenzieller Bestandteil des Kontexts. Den KI-Agenten wird explizit vermittelt, welche Technologien, Strukturen und Muster in der modernisierten Applikation eingesetzt werden sollen.
Bestandteile des Zielarchitektur-Wissens
| Bereich | Inhalt |
|---|---|
| Technologie-Stack | React, TypeScript, Node.js, Prisma |
| Projektstruktur | Verzeichnisaufbau, Modulorganisation |
| API-Design | REST-Konventionen, Schnittstellendefinitionen |
| Datenmodellierung | Datenbankschema, ORM-Konfiguration |
| Qualitätsanforderungen | Testabdeckung, Dokumentationspflichten |
Nutzen
Durch die Verankerung der Zielarchitektur im Kontext wird sichergestellt, dass die generierten Artefakte den definierten Standards entsprechen und nahtlos in die Zielumgebung integriert werden können. Die KI-Agenten treffen Architekturentscheidungen nicht willkürlich, sondern orientieren sich an den vorgegebenen Mustern und Konventionen.
Iterationswissen
Das Migrations-Tool bewahrt Wissen aus früheren Iterationen und macht dieses für nachfolgende Durchläufe nutzbar. Dies ist besonders relevant für iterative Verbesserungen und die Vermeidung wiederkehrender Fehler.
Arten von Iterationswissen
- Fehlgeschlagene Versuche: Erkenntnisse aus nicht erfolgreichen Migrationsansätzen
- Feedback-Integration: Korrekturen und Anpassungen aus Benutzer-Feedback
- Randbedingungen: Identifizierte Sonderfälle und deren Lösungen
- Optimierungen: Erfolgreiche Verbesserungen aus früheren Durchläufen
Vorteile
Durch die Berücksichtigung von Iterationswissen werden wiederkehrende Fehler vermieden und die Effizienz des Modernisierungsprozesses kontinuierlich verbessert. Das System "lernt" aus vergangenen Erfahrungen und kann dieses Wissen in zukünftigen Migrationen anwenden.